Einer ist immer der Mörder

Kreativer Kopf und Tausendsassa: Jonas Quick ist Kreidacher mit Leib und Seele. Nicht nur als Kerwepfarrer, sondern auch als Schauspieler bei der Theatergruppe der KSG hat er seine Finger im Spiel. Nun hat er ein neues Projekt in Angriff genommen und in Zusammenarbeit mit dem Verlag „Culinario Mortale“ ein Krimidinner geschrieben. Was Marilyn Monroe damit zu tun hat, wie er überhaupt erst auf die Idee kam und welche Rolle die beste ist, das verrät uns der 24-Jährige im Interview.

Wie kamst du darauf, ein eigenes Krimidinner zu schreiben?

Meine Schwester und ich haben meinen Eltern zu Weihnachten ein Krimidinner geschenkt. Die Idee hat mir supergut gefallen, einfach weil ich gesehen habe, wie viel Spaß die Gäste über den ganzen Abend hatten. Da ging es plötzlich in meinem Kopf los. Ich habe mich sofort gefragt, wie meine Figurenkonstellation aussehen würde. Das Thema Hotel war dann irgendwie schon präsent, weil ich mir zu der Zeit ein paar Ideen für den bunten Abend an unserer Kerwe in Kreidach gemacht habe. Dann kamen mir immer mehr Ideen und ich dachte, ich muss mir das aufschreiben. Dass das irgendwann veröffentlich wird, daran habe ich nicht gedacht, das war eher mal für private Zwecke vorgesehen.

Wie schreibt man ein Krimidinner?

An der Stelle muss ich anmerken, dass das, was ich erarbeitet und dem Verlag übergeben habe, nicht eins zu eins das ist, was letztlich als Endprodukt gekauft werden kann. Das liegt daran, dass meine Geschichte an das Spielkonzept angepasst werden musste. Da haben die Jungs von Culinario Mortale mit der Adaption echt grandiose Arbeit geleistet. Es gibt auch einfach Dinge, die man als Laie nicht wirklich bedenkt.

Was ist das zum Beispiel?

Die Hotelbesitzer hatte ich beispielsweise ursprünglich nach einer berühmten Hotelkette benannt, was natürlich im Hinblick auf das Thema Markenschutz schwierig ist. Ich bin so vorgegangen, dass ich mir zunächst in ein paar Zeilen aufgeschrieben habe, worum es in dem Fall gehen soll und wer das Opfer ist. Dann habe ich die Rollen entwickelt, also eine Kurzbeschreibung von acht Charakteren inklusive deren Motiv oder Geheimnis. Anschließend habe ich in drei Zeitabschnitten des Tatabends meine Geschichte aufgeschrieben.

Wie lange hast du dafür gebraucht?

Insgesamt hat das so acht Monate gedauert, bis ich die fertige Idee in die Hände von Culinario Mortale gegeben habe. Bis zur Veröffentlichung verging noch mal ein Jahr. Da gehören ja auch die ganzen Illustrationen und der Druck dazu, Dinge, mit denen ich mich selbst überhaupt nicht auskenne.

Woher hast du deine Inspiration genommen?

Ich habe schon als Kind super gerne „Wilsberg“ und „Pfarrer Braun“ geschaut und Detektivgeschichten gelesen, später dann auch Krimis. Das war sicher die Grundinspiration. Es waren aber auch historische Persönlichkeiten, die mich inspiriert haben, seien es die Kennedys, Marilyn Monroe oder Conrad Hilton und Zsa Zsa Gabor. Andere Figuren wiederum sind einfach frei erfunden.

Hat der Mörder die beste Rolle?

Vielleicht nicht unbedingt die beste Rolle, eher die größte Herausforderung für den Spieler, würde ich sagen. Der Mörder weiß von Anfang an, dass er der Täter ist, und muss natürlich so gut wie möglich den Verdacht von sich weglenken, was aber auch echt Spaß machen kann. Andererseits ist der Spieler dadurch beim Rätselraten etwas außen vor, weil er logischerweise weiß, wer der Schuldige ist.

Welcher Charakter ist dir besonders ans Herz gewachsen?

Das ist wirklich schwer zu beantworten, irgendwie ist jeder der Charaktere schon für sich besonders. Wahrscheinlich ist es im Endeffekt das Mordopfer „Monique Moreau“ selbst. Da fragt man sich doch, was diese junge und erfolgreiche Frau verbrochen haben kann, dass sie ermordet wird. Das liegt vielleicht aber auch an dem historischen Vorbild und dem tragischen Ende ihres Lebens, dass ich sie spannend finde.

Wer sollte dein Krimidinner auf jeden Fall spielen?

Alle, die einfach gerne mal was Neues ausprobieren wollen. Jeder, den die Beschreibung des Spiels anspricht und neugierig gemacht hat und natürlich alle, die sich jetzt schon fragen, wer der Mörder ist.

Muss man beim Spielen etwas Genaues beachten?

Man muss hier wirklich kein großes schauspielerisches Talent haben. Es geht vielmehr darum, gemeinsam einen lustigen Abend zu verbringen. Der Spaß fängt schon damit an, dass jeder sich entsprechend seiner Rollenbeschreibung in ein passendes Kostüm schmeißen sollte und hört hoffentlich nicht auf, wenn der Täter entlarvt wurde.

Gibt es eine Altersempfehlung? Und wieso?

Die Spieler sollten mindestens 16 Jahre alt sein. Es gibt zwar nicht wirklich brutale Stellen, aber es geht immerhin um Mord und auch die sexuellen Beziehungen der Figuren untereinander werden aufgegriffen.

Was ist das Besondere an einem Krimidinner?

Ein Krimidinner ist nicht einfach nur ein Abendessen mit Freunden. Alle Gäste müssen gemeinsam einen Mordfall auflösen, sie sind sogar die Tatverdächtigen. Einer von ihnen ist der Mörder. Gemeinsam müssen die Gäste alle Puzzleteile zusammensetzen, um herauszufinden, wer das Opfer auf dem Gewissen hat. Für mich ist das wirklich Besondere, dass jedes Krimidinner, selbst wenn derselbe Fall gespielt wird, ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis ist. Jeder gibt seiner Rolle ja eine ganz eigene Note.

Wie wurde der Verlag auf dich aufmerksam?

Da ging die Initiative von mir aus. Ich hätte das neben dem Studium nicht geschafft, da ein eigenes Start-up aufzubauen und außerdem gibt es ja schon etablierte Anbieter für Krimidinner, die viel mehr Erfahrung haben. Also habe ich Culinario Mortale mit einem kleinen Überblick zur Figurenkonstellation, den Rollen und dem Setting angeschrieben. Sie fanden die Idee interessant und so sind wir ins Gespräch gekommen und das Spiel hat sich entwickelt.

Zur Person

Jonas Quick wurde am 27. Juni 1995 in Heppenheim geboren und kommt aus Kreidach. Nach dem Abitur 2014 am Überwald-Gymnasium ging es mit einem Dualen BWL-Studium an der DHBW Mannheim weiter.Direkt danach schloss er in Pforzheim sein Masterstudium im Human Resources Management an und arbeitet seither als freier Mitarbeiter bei der Odenwälder Zeitung.Bei der Firma TE Connectivity in Bensheim arbeitete er als Werkstudent im Personalwesen, im September 2019 wechselte er an den Standort nach Cork, Irland.Seit fast acht Jahren ist er im Vorstand der IG Kreidacher Kerwe, aktuell als Vereinspräsident und Kerwepfarrer. Im Herbst 2016 haben er und Martin Gölz die Theatergruppe in Kreidach wieder ins Leben gerufen.Nun hat er das Krimidinner „Mord im Grand Hotel“ geschrieben. Dieses gibt es im Internet auf der Homepage: www.culinario-mortale.de

Hintergrundinfos zum Krimidinner

Bei diesem Krimidinner lädt ein Gastgeber Freunde zu sich nach Hause ein. Zusammen gilt es, einen Fall zu lösen. Das Besondere dabei: Bei diesem Verbrechen schlüpfen alle Anwesenden in die Rollen der Hauptverdächtigen. Gemeinsam müssen sie den Mörder finden.

Mord im Grand Hotel

New York im August 1962: Alles, was Rang und Namen hatte, war nach Manhattan gekommen, um die Eröffnung des prachtvollen Grand Hotels zu feiern. Das größte Luxushotel der Vereinigten Staaten sollte nicht nur den Begriff „Fünf Sterne“ neu definieren, sondern auch das Kronjuwel in der Karriere des Hotel Tycoons Frederic Price werden. Doch der Abend nahm eine tragische Wendung, als die junge Schauspielerin Monique Moreau tot in der Badewanne ihrer Suite aufgefunden wurde.

Details

Das Krimidinner ist geeignet für sechs bis acht Spieler und dauert zwischen zwei und vier Stunden.

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